Situation 24

Flucht vor den Fluten

Hochwasseropfer aus Neuseeland

Überflutungen durch Starkregenfälle nehmen mit dem Klimawandel in Neuseeland zu. Sie sind die häufigsten und kostspieligsten Katastrophen des Landes, verstärken außerdem > Erosion und erhöhen das Risiko von Erdrutschen. Anfang des Jahres 2004 hat ein massives Hochwasser nach viertägigen Regenfällen zahlreiche Städte und Felder überschwemmt und Schäden in Höhe von 400 Millionen US-Dollar verursacht. Der Großteil der Bevölkerung lebt an Flüssen oder in Küstennähe und ist daher von wiederkehrenden Fluten betroffen. Ähnlich trafen schwere Überschwemmungen infolge der stärksten je gemessenen Regenfälle im Dezember 2010 Australien. Schäden in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar entstanden, in der Region Queensland waren über 200.000 Menschen betroffen, alleine in Brisbane wurden 22.000 Häuser zerstört.

Gleichzeitig hat der Klimawandel verstärkt Trockenheit zur Folge. Anfang des Jahres 2013 herrschte in Neuseeland die schlimmste Dürre seit 30 Jahren – die Kosten sind in dem von der Landwirtschaft abhängigen Land hoch. Immer heftigere Hitzewellen und Trockenheit lassen sich besonders in Australien beobachten. Anfang des Jahrtausends herrschte die schwerste Dürre aller Zeiten. 2009 kostete eine Rekordhitzewelle in Victoria 980 Menschen das Leben und heizte die bislang gewaltigsten Buschfeuer an. Die Anzahl heißer Tage nahm in den letzten Jahren zu. Wochenlang anhaltende Hitze mit Temperaturen über 40 Grad Celsius gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung und verlängert die Saison der Buschbrände. Australien gehört zu den Regionen, die weltweit am stärksten von Dürren und Wasserknappheit betroffen sind. Auch in Teilen Neuseelands steigt der Druck auf die Wasserressourcen durch zunehmende Trockenheit.

Anpassungsfähigkeiten an den Klimawandel

Hinzu kommt mit dem Klimawandel die Gefährdung der Küstenbewohnerinnen und -bewohner durch den ansteigenden Meeresspiegel. Anders als die kleinen Pazifikinseln, denen teils der Untergang droht, sind Neuseeland und Australien aber vergleichsweise weniger gefährdet, denn ihre > Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit ist viel höher. Beide Länder nehmen begrenzt Menschen auf, die ihre Inseln aufgrund der Klimawandelfolgen verlassen müssen. Neuseeland gewährt im Rahmen eines Arbeitsmigrationsabkommens immerhin jedes Jahr 75 Bewohnerinnen und Bewohnern der Inseln Tuvalu und Kiribati sowie 250 Bewohnerinnen und Bewohnern Fidschis und Tongas die Einwanderung, allerdings unter einigen Auflagen. In Australien besteht für Vertriebene aufgrund klimabedingter Katastrophen die Möglichkeit, ein Visum zu erhalten.

Vor allem Australien trägt selbst zur Verstärkung des Klimawandels bei. Die > CO2-Emissionen pro Kopf sind in den vergangenen Jahren angestiegen. 2009 betrugen diese 18,4 Tonnen und damit mehr als die pro Kopf-Emissionen der USA. Im Schnitt verursacht eine Person in Australien in zwei Tagen denselben CO2-Ausstoß wie eine Person im afrikanischen Malawi in einem ganzen Jahr. Neuseelands CO2-Emissionen sind mit 7,4 Tonnen pro Kopf deutlich geringer, in den letzten Jahren rückläufig und liegen unter den Emissionen beispielsweise Deutschlands.

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Ökologischer Fussabdruck

Foto: Peter Groth

Quellen & weitere Informationen

Auf der Flucht vor dem Klima. Positionspapier deutscher Nichtregierungsorganisationen, Jan. 2013 > zur Publikation (PDF)

Germanwatch 2012: Globaler Klima-Risiko-Index 2013 > zum Bericht (PDF)

International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies 2012: World Disasters Report 2012 – Focus on Forced Migration and Displacement > zur Webseite

IPCC 2012: Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation > zum Bericht (PDF)

McSaveney, Eileen: ‚Floods – New Zealand’s number one hazard‘, Te Ara – the Encyclopedia of New Zealand, updated 13-Jul-12 > zum Artikel

Ministry for the Environment: Flood Risk Management in New Zealand > zur Webseite

National Institute of Water and Atmospheric Research (NIWA): Floods > zur Webseite

National Institute of Water and Atmospheric Research (NIWA): Impacts of Climate Change on River Flows and Floods > zur Webseite

NZZ: Neuseeland erlebt grösste Trockenheit seit 30 Jahren (15.3.13) > zum Artikel

UNDP: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Eine bessere Zukunft für alle. Bericht über die menschliche Entwicklung 2011 > zum Bericht (PDF)

UNEP 2012: Global Environment Outlook 5 > zum Bericht (PDF)

Worldbank Data: Australia > zur Webseite – New Zealand > zur Webseite – CO2 emissions > zur Webseite

ZEIT online: Rekordhitze und Buschfeuer beherrschen Australien (17.1.13) > zum Artikel