Situation 22

Inseln versinken

Schülerin aus Kiribati

Weltweit sind die Pazifikinseln am stärksten vom Klimawandel betroffen. Inselstaaten wie Kiribati, das aus 33 tief liegenden Atollen besteht die im Schnitt nicht mehr als zwei Meter über den Meeresspiegel ragen, drohen unterzugehen. Bis Ende dieses Jahrhunderts wird der Meeresspiegel voraussichtlich um einen Meter ansteigen. Für Kiribati sind die Folgen katastrophal.

Schon heute ist die Situation dramatisch: Infolge des Klimawandels ausbleibende Regenfälle gefährden die Trinkwasserversorgung. Überflutungen, heftigere Stürme, > Küstenerosion und die > Versalzung von Böden und Grundwasser vernichten zunehmend die Lebensgrundlagen. Die Regierung erwarb bereits ein Stück Land auf Fidschi für den Gemüseanbau.

Die gesamte Bevölkerung Kiribatis lebt in Küstennähe. Sie ist dem ansteigenden Meeresspiegel schutzlos ausgesetzt. Den rund 100.000 Bewohnerinnen und Bewohnern wird eines Tages nichts anderes übrig bleiben, als umzusiedeln. Schon in wenigen Jahrzehnten könnten die Atolle aufgrund der Überflutungen und Versalzung unbewohnbar sein. Zukunftsängste und Unsicherheit prägen den Alltag. Unter den jungen Menschen wächst das Bewusstsein, nicht in ihrer Heimat bleiben zu können. Doch wo soll die Bevölkerung künftig leben, wenn ihr Land im Meer versinkt? Wie kann sie ihre Identität, ihre Kultur bewahren? Die Regierung sucht Optionen für eine Umsiedlung. Bislang erhalten jährlich 75 Einwohnerinnen und Einwohner auf Grundlage eines Arbeitsmigrationsabkommens die Erlaubnis, in Neuseeland einzuwandern.

Ein ähnliches Schicksal droht den weiteren 21 südpazifischen Inselstaaten. Gelder für Deiche, wie sie in Deutschland oder Holland errichtet wurden, stehen ihnen nicht zur Verfügung. Dabei sind die Inselentwicklungsstaaten am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich: Die > CO2-Emissionen pro Kopf lagen 2009 bei nur 0,9 Tonnen. Zum Vergleich: In Deutschland waren es neun, in den Niederlanden 10,3 Tonnen pro Kopf.

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Die sprechende Person und die abgebildete Person sind nicht identisch.

Quellen & weitere Informationen

DGVN: Naturkatastrophen und Nahrungsunsicherheit > zur Grafik

Kiribati Climate Change (Office of the President, Republic of Kiribati) > zur Webseite

UNDP: „Kiribati – A Climate Change Reality“ > zum Video

UNDP: Den Klimawandel bekämpfen: Menschliche Solidarität in einer geteilten Welt. Bericht über die menschliche Entwicklung 2007/2008 > zum Bericht (PDF)

UNDP: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Eine bessere Zukunft für alle. Bericht über die menschliche Entwicklung 2011 > zum Bericht (PDF)

UNEP 2011: Freshwater under Threat. Pacific Islands > zum Bericht (PDF)

UNISDR: Migration not a matter of choice but survival, says Kiribati President, News, 15.3.12 > zum Artikel

Worldbank Data: Kiribati > zur Webseite – Pacific Island Small States > zur Webseite – Climate Change > zur Seite