Situation 12

Hitze in Südeuropa

Olivenbauer aus Griechenland

Mit dem Klimawandel nehmen Hitzewellen und Dürren im Mittelmeerraum zu. Schwere Dürren haben in den vergangenen Jahren massive Schäden in der Landwirtschaft ausgelöst. In Griechenland ist die Olivenernte aufgrund der ausbleibenden Niederschläge stark zurückgegangen. Für Griechenland bedeutet dies hohe Verluste, denn Oliven sind das wichtigste Exportgut. Künftig sind häufigere und intensivere Dürren zu erwarten, welche die Wasserreserven einschränken, Einbußen in Landwirtschaft und Tourismus mit sich bringen, Gesundheitsrisiken steigern und die Artenvielfalt bedrohen. Darüber hinaus werden > Erosion und Bodenerschöpfung durch extreme Wetterereignisse und die Übernutzung der Landflächen verstärkt und so weitere Anbauflächen unbrauchbar. In der Mittelmeerregion sind schon heute 300.000 Quadratkilometer und 16,5 Millionen Menschen von > Wüstenbildung betroffen, die infolge der globalen Erwärmung fortzuschreiten droht.

In Griechenland waren bereits im Jahr 2001 30 Prozent der Landfläche von > Desertifikation betroffen. Besonders in den Olivenanbaugebieten gehen die Erträge und die Wasservorräte zurück. Der ansteigende Meeresspiegel sorgt für weitere Landverluste und gefährdet das Mittelmeerland mit der längsten Küstenlinie und den meisten Inseln. Im Sommer 2007 wurden die höchsten Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen, damit folgte in Griechenland nach der europaweiten Hitzewelle von 2003 die nächste Rekordhitze.

Waldbrände heizen den Klimawandel an

Trockenheit und Hitze erhöhen Risiko, Dauer und Schwere von Waldbränden. Die Vegetation des Mittelmeerraums ist zwar an Brände gewöhnt, doch schädigen zu häufige und großflächige Feuer sie derart, dass sie sich nicht mehr erholen kann. Waldbrände haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Extremes Wetter entfacht zunehmend riesige Brände, die sich schnell ausbreiten und kaum noch kontrollierbar sind. Rund 50.000 mal brennen die Wälder jedes Jahr, vor allem in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien. Im Sommer 2012 haben Brände in diesen Ländern über 370.000 Hektar Waldfläche vernichtet, das entspricht der vierfachen Fläche Berlins. Die Brände gefährden Menschenleben, zerstören Nutzflächen und Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Die globale Erwärmung könnte dafür sorgen, dass das übliche hohe Brandrisiko in den Sommermonaten bald das ganze Jahr über anhält. Gleichzeitig beschleunigen Waldbrände den Klimawandel, denn sie setzen den in der Vegetation gespeicherten Kohlenstoff frei, der sich an der Luft mit Sauerstoff zu CO2 verbindet. Rund 15 Prozent der globalen > Emissionen gehen auf Waldbrände zurück, der Großteil auf die Brandrodung der Tropenwälder. Der Rauch der Waldbrände erhöht außerdem die gesundheitsgefährdende Feinstaubkonzentration in den betroffenen Regionen.

In Europa ist der Mittelmeerraum vergleichsweise stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Im weltweiten Vergleich steht Europa aber gut da, da es über > Anpassungskapazitäten verfügt, die in > armen Ländern meist fehlen. Darüber hinaus müssen nur sehr wenige Menschen ihre Heimat aufgrund des Klimawandels oder einer Katastrophe verlassen. Im Jahr 2011 z.B. waren in Europa 18.500 Menschen, in Asien dagegen mehr als 13 Millionen und in Afrika knapp 600.000 betroffen.

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Ökologischer Fussabdruck

Quellen & weitere Informationen

Bank of Greece: Presentation by the Bank of Greece of a report on the environmental, economic and social impacts of climate change in Greece prepared by the Climate Change Impacts Study Committee (1.6.2011) > zum Artikel

DGVN: Waldvernichtung weltweit > zur Grafik

Germanwatch 2012: Globaler Klima-Risiko-Index 2013 > zum Bericht (PDF)

IDMC 2012: Global estimates 2011. People displaced by natural hazard-induced disasters > zum Bericht (PDF)

IPCC 2012: Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation > zum Bericht (PDF)

Tupper, Naomi 2012: Spanish Olive Oil Under Constant Threat from Climate Change. The olive oil times > zum Artikel

UNCCD: Addressing desertification, land degradation and drought in the Northern Mediterranean > zur Webseite

UNCCD 2001: Greek National Action Plan for Combating Desertification > zum Bericht (PDF)

UNEP 2012: Global Environment Outlook 5 > zum Bericht (PDF)

UNU-EHS: Environmental Change and Forced Migration Scenarios (EACH-FOR): General Overview Europe and Russia > zum Bericht (PDF)

WWF 2012: Wälder in Flammen. Ursachen und Folgen der weltweiten Waldbrände > zum Bericht (PDF)

WWF 2012: Brandsommer am Mittelmeer: WWF warnt vor ökologischen und ökonomischen Folgeschäden > zum Artikel