Situation 01

Bedroht von Wasser und Wüste

Küstenbewohner aus Senegal

Infolge des Klimawandels sind Senegals Küstengebiete vom ansteigenden Meeresspiegel bedroht. Zugleich ist das westafrikanische Land vermehrt Dürren, Starkregenfällen und fortschreitender > Wüstenbildung ausgesetzt. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung lebt in Küstennähe, das flache Land wird regelmäßig überflutet. Mit dem ansteigenden Meeresspiegel nehmen Sturmfluten, die > Versalzung der Böden und > Küstenerosion zu. Besonders die Landwirtschaft, Tourismus und Fischerei sind dadurch gefährdet. In den Küstenstädten Dakar und Saint-Louise ist das Flutrisiko hoch. Steigende Grundwasserspiegel, unterentwickelte Wasserabflusssysteme und eine rasch voranschreitende > Urbanisierung verschlimmern die Auswirkungen der Überflutungen. Viele Einwohnerinnen und Einwohner, die aufgrund der schlechten Bedingungen auf dem Land in die Küstenstädte ziehen, siedeln in flutgefährdeten Gebieten.

Abseits der Städte belasten abnehmende Niederschläge, Bodenerschöpfung und Wüstenbildung die Landwirtschaft. Schwere Dürren lassen zudem das Wasser verknappen. Gleichzeitig lösen saisonale Niederschläge immer wieder Fluten aus. Rund 60 Prozent der Bevölkerung lebt auf dem Land, wo vielerorts > Armut herrscht, aufgrund der geringen landwirtschaftlichen Produktivität und der starken Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen. Mit dem Klimawandel werden Ernten, Weideflächen und Fischgründe weiter zurückgehen.

Ausbreitung der Wüste in der Sahelzone

Senegal liegt am westlichen Rand der Sahelzone, die sich von Westen nach Osten über zehn afrikanische Länder südlich der Sahara erstreckt. Insgesamt sind zwei Drittel des afrikanischen Kontinents Wüsten und Trockengebiete, damit leben weite Teile der Bevölkerung in trockenen Regionen, die besonders durch Wüstenbildung gefährdet sind. Wüstenbildung entsteht durch menschlichen Druck auf Ökosysteme und massive Entwaldung und wird durch den Klimawandel verstärkt. Abholzung, Übernutzung und Überweidung sowie Dürren und Fluten in der Sahelzone ließen die Böden auslaugen. Weite Teile der kultivierbaren Flächen sind > degradiert und kaum noch für die Landwirtschaft und Nahrungsproduktion nutzbar. Ursache der Übernutzung ist die verbreitete Armut in der Region. Für die Betroffenen bedeuten Bodenerschöpfung und Wüstenbildung den Verlust ihrer Lebensgrundlage, ihnen bleibt nur der Umzug in eine andere Region oder die Küstenstädte.

Zunehmende Sandstürme in der Sahelzone schädigen die Landwirtschaft, Böden und die Gesundheit der Bevölkerung. Dehnt sich die neun Millionen Quadratkilometer große Wüste künftig weiter Richtung Süden aus, werden immer mehr fruchtbare Gebiete, Anbauflächen und Lebensräume schwinden. Gleichzeitig treffen Überflutungen die Sahelzone. So haben im Jahr 2012 außergewöhnlich starke Regenfälle Überschwemmungen in 18 west- und zentralafrikanischen Ländern verursacht. Mehr als 7,6 Millionen Menschen verloren ihr Zuhause, alleine in Nigeria wurden so über sechs Millionen vertrieben, in Senegal 20.000.

Zur Bekämpfung der Wüstenbildung haben sich elf afrikanische Länder zusammengetan, um eine „Grüne Mauer“ zu errichten. Ein 15 Kilometer breites Band aus Bäumen soll die Wüste aufhalten und die Lebensbedingungen der Menschen verbessern. Auf einer Länge von rund 7.000 Kilometern soll die „Grüne Mauer“ von Senegal über Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, Nigeria, Tschad, Sudan, Äthiopien und Eritrea bis nach Dschibuti reichen. Die Bäume sollen Schutz vor den Wüstenwinden bieten, ein Austrocknen von Luft und Boden verhindern, > Erosion reduzieren, zur Biodiversität beitragen und die Widerstandsfähigkeit der Länder gegenüber dem Klimawandel erhöhen. Die „Grüne Mauer“ soll der lokalen Bevölkerung zugute kommen und ihnen die Möglichkeit bieten, sich selbst zu versorgen. Die gepflanzten Bäume können darüber hinaus große Mengen > CO2 binden.

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Foto: Rein Skullerud/WFP

Die sprechende Person und die abgebildete Person sind nicht identisch.

Quellen & weitere Informationen

DGVN: Eine „Große Grüne Mauer“ gegen die Ausbreitung der Wüste > zum Artikel

EACH-FOR: Case Study Senegal > zur Webseite

EACH-FOR: General Overview Sub-saharan Africa > zur Webseite

IDMC 2013: Global Estimates 2012. People displaced by Disasters > zur Webseite 

IPCC 2012: Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation. A Special Report of Working Groups I and II of the Intergovernmental Panel on Climate Change > zum Bericht (PDF)

IRIN: Coastal Erosion > zum Video

UNCCD: Addressing Desertification, Land Degradation and Drought in Africa > zur Webseite 

UNEP 2013: Africa Environment Outlook 3: Summary for Policymakers > zur Webseite

UNEP 2012: Global Environment Outlook 5 > zum Bericht (PDF)

UN News: FEATURE: African nations strive to stem desertification with a ‘Great Green Wall’ (16.4.13) > zur Webseite 

UNRIC: Wüstenbildung > zur Webseite

WFP: Report on Hunger and Climate Change > zur Webseite

Worldbank Climate Change Knowledge Portal: Senegal Dashboard > zur Webseite