Ökologischer Fussabdruck

Ökologischer Fußabdruck

Was ist der ökologische Fußabdruck überhaupt?

Der ökologische Fußabdruck gibt Auskunft über den Ressourcenverbrauch. Er gibt an, wie viel Fläche auf der Erde erforderlich ist, um die natürlichen Ressourcen für den Lebensstil  bereitzustellen. Indem er den Ressourcenverbrauch mit den vorhandenen Biokapazitäten der Erde vergleicht, misst er die Nachhaltigkeit der Lebensweise und spiegelt das Ausmaß der Beanspruchung natürlicher Ökosysteme wider. Die Spannbreite reicht von einem sehr kleinen ökologischen Fußabdruck von 0,7 in Bangladesch bis hin zu einem sehr großen von 7,2 in den USA.

Im Einzelnen beinhaltet der ökologische Fußabdruck die Flächen für die Produktion von Nahrung, Kleidung, Möbeln, zur Müllentsorgung sowie für Wohnen, für die Bereitstellung des Energiebedarfs und für das Binden des freigesetzten CO2 in Wäldern und Meeren. Der Flächenbedarf für Wald, Acker- und Weideflächen, Fischgründe, Bebauung und CO2-Bindung in Ökosystemen wird in der Einheit „globale Hektar“ angegeben. Der ökologische Fußabdruck deckt so die Ressourcen ab, die jede und jeder im Alltag für seinen Lebensstil benötigt. Mit einem Anteil von 55 Prozent fällt der CO2-Fußabdruck besonders stark ins Gewicht.

Fußabdruck der Länder

Globale Ungleichheiten

Die Menschheit verbraucht schon heute weit mehr Ressourcen als die Kapazitäten der Erde bereitstellen können. In Deutschland benötigt jede Person im Durchschnitt 4,6 Hektar Fläche – das ist deutlich mehr als der globale pro Kopf-Durchschnitt von 2,7 und der Fußabdruck in armen Ländern von durchschnittlich 1,1 Hektar. Reiche Länder verbrauchen rund fünf mal so viele Ressourcen wie arme Länder, der ökologische Fußabdruck liegt im Durchschnitt bei 5,6. Die zehn Länder mit dem größten Fußabdruck sind Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Dänemark, USA, Belgien, Australien, Kanada, Niederlande und Irland. Deutschland belegt Platz 30. Würden alle so leben wie wir in Deutschland, bräuchten wir 2,5 Planeten, in den USA sind es sogar vier Planeten. Die meisten armen Länder hingegen benötigen nur den Bruchteil eines Planeten.

Hätten alle Menschen dieselbe Fläche für ihren Lebensstil zur Verfügung, wäre diese 1,8 Hektar groß, das entspricht in etwa zwei Fußballfeldern. Der gerechte Fußabdruck liegt damit deutlich unter dem der reichen Länder und unter dem Weltdurchschnitt. Dagegen ist der ökologische Fußabdruck in Ländern wie Mosambik, Pakistan oder Nepal (0,8) sehr gering. Ihnen steht ein größerer ökologischer Fußabdruck zu.

Die Menschheit lebt über ihren Verhältnissen

Die pro Person verfügbare Fläche von 1,8 Hektar reicht nicht mehr aus, die Grenzen der Nachhaltigkeit sind überschritten. Die Menschheit verbraucht 50 Prozent mehr Ressourcen, als verfügbar sind, d.h. wir benötigen bereits 1,5 Planeten. Der Grund: Ressourcen werden zu schnell und zu intensiv verbraucht und können sich nicht mehr erholen.

In den letzten vier Jahrzehnten hat sich der globale ökologische Fußabdruck mehr als verdoppelt. Er nimmt weiter zu, da die Weltbevölkerung, der Energiebedarf und Lebensstandard in immer mehr Ländern wachsen, während die verfügbaren Flächen, die Kapazitäten der Erde, zurückgehen. Bis zum Jahr 2030 werden wir bereits zwei Planeten benötigen, bis zum Jahr 2050 sogar fast drei.

Ökosysteme drohen aufgrund ihrer Übernutzung zu kollabieren. Mit ihrer Zerstörung werden sich Naturkatastrophen häufen, Wasser- und Nahrungsknappheit zunehmen und der Klimawandel angeheizt. Viele Länder sind auf Ressourcenimporte angewiesen. Es sind die ärmsten, zu deren Lasten der global wachsende Fußabdruck geht.  Arme Länder können sich Ressourcenimporte nicht leisten. Vor allem hier können ökologische Verluste den Zusammenbruch von Ökosystemen, Armut, Hunger und Konflikte herbeiführen.

Was muss getan werden?

Die Länder mit großem ökologischen Fußabdruck müssen diesen verringern. Die großen CO2-Emittenten, die den Klimawandel im wesentlichen verursachen, müssen ihre > Emissionen drastisch zurückfahren, um eine künftige Klimakatastrophe zu verhindern, unter der insbesondere die Ärmsten leiden. Ressourcenschonende und CO2-arme Energie- und Wirtschaftssysteme sind unerlässlich. Genauso ist jede und jeder Einzelne gefragt, einen Beitrag zu leisten. Indem wir unseren Lebensstil nachhaltiger und ressourcenschonender gestalten, können wir uns alle daran beteiligen, den Klimawandel zu begrenzen.

Und dein Fußabdruck?

Hier kannst Du Deinen eigenen ökologischen Fußabdruck berechnen:

Passt Dein Fuß auf diese Erde? Ökologischer Fußabdruck (BUND Jugend)

Quellen & weitere Informationen

Global Footprint Network > zur Webseite

Global Footprint Network: National Footprint Accounts 2011 Edition > zur Webseite

WWF: Living Planet Report 2012 > zum Bericht (PDF)

WWF: Ökologischer Fußabdruck steigt: Der Living Planet Report > zum Artikel